Non-Hodgkin-Lymphome

Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) sind die häufigste bösartige Erkrankung des Blut- und Lymphsystems überhaupt. In der Europäischen Union gibt es insgesamt 230.000 NHL-Fälle, die Zahl der Neuerkrankungen liegt etwa bei 70.000 pro Jahr. Tendenz ist steigend.

Foto: Non-Hodgkin-Lymphome

In den meisten Fällen tritt die Krankheit in fortgeschrittenem Alter auf. Bei den Non-Hodgkin-Lymphomen unterscheidet man zwei klinische Verlaufsformen: indolente Lymphome, die vor allem follikuläre Lymphome sind und relativ langsam wachsen, und aggressive Lymphome, die vor allem difusse großzellige B-Zellen-Lymphome sind und schneller wachsen.

Ein erstes Anzeichen für NHL sind vergrößerte Lymphknoten, in der Regel schmerzlos. Zu den ersten Beschwerden zählen eher unscheinbare Symptome wie Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Übelkeit oder eine erhöhte Anfälligkeit für Infekte. Je nach betroffenem Zelltyp und dessen Stadium im Zellreifungsprozess wird zwischen den NHL-Formen unterschieden.

Zellen im Kreuzfeuer

Als Therapieformen kommen unter anderem die Strahlentherapie sowie die zytostatische Chemotherapie zum Einsatz. Seit einigen Jahren bewährt sich in bestimmten Fällen auch der Einsatz einer Immuntherapie mit Zusatzeffekt. Gezielt erkennt ein Antikörper eine bestimmte Eiweißstruktur auf der Oberfläche der entarteten Zellen und bindet dort an.

Eine besondere Innovation ist die Kopplung des Antikörpers mit einem radioaktiv strahlenden Isotop. Dabei kommt Yttrium-90 zum Einsatz – ein Atom, das unter der Aussendung von Betastrahlen zerfällt. Die Reichweite dieser Strahlen beträgt lediglich weniger Millimeter. Da der Antikörper selektiv an der Oberfläche der zu zerstörenden Zellen festmacht, wird sichergestellt, dass diese Strahlung nur die unmittelbare Umgebung erreicht – die schädigende Wirkung auf gesundes Körpergewebe ist vergleichsweise gering. Die Betastrahlung zerstört auch benachbarte Lymphomzellen. Dieser Effekt wird Kreuzfeuer-Effekt genannt.

Diese Immuntherapie mit einer Kombination gezielt wirkender Strahlung ist zugelassen, wenn indolente Non-Hodgkin-Lymphone nach einer ersten Therapie wieder auftreten oder wenn andere Therapieformen nicht angesprochen haben. Klinische Studien prüfen derzeit die Wirksamkeit dieser Therapie bei aggressivem NHL. Patienten muss daher eine hochwirksame Behandlungsmöglichkeit zur Verfügung gestellt werden.

Hinweis für Patienten
Jeder Körper reagiert anders auf Medikamente. Deswegen können wir Ihnen nicht sagen, welches Medikament für Sie das richtige ist. Bitte fragen Sie Ihren Arzt.

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