Innovation & Ethik

Vorsprung durch Innovation

Unsere Forschung verfolgt die Strategie, Therapie-Optionen für bisher nicht erfüllte medizinische Bedürfnisse zu entwickeln, wobei sie sich zu einem verantwortungsbewussten Einsatz innovativer Technologien bekennt.

Ethisches Handeln in der biomedizinischen Forschung

Die Fortschritte auf dem Gebiet der biomedizinischen Forschung (Pharmakogenetik, Stammzellforschung, Regenerative Medizin) eröffnen völlig neue Perspektiven, werfen aber gleichzeitig Fragen nach dem verantwortungsbewussten Umgang mit neuen Technologien und den Erkenntnissen daraus auf. Andere Aspekte der Forschung wie notwendige und vorgeschriebene Tierversuche sind immer wieder Thema kontroverser Auseinandersetzungen. Wir greifen Bedenken und Anregungen auf und verpflichten uns zu ethischen Handlungsweisen.

Hightech reduziert Tierversuche

Alternativmethoden zu Tierversuchen wie Zellkulturen sind in aller Regel leistungsfähiger und hinsichtlich spezieller Fragestellungen meist kostengünstiger. Reduzierte Versuchstierzahlen belegen den steigenden Einsatz derartiger Methoden.

Dennoch werden Tierversuche nicht völlig ersetzt werden können. Die Reaktion des Gesamtorganismus oder von komplexen Funktionen kann nicht in einer Zellkultur oder am isolierten Organ getestet werden.

Bayer Schering Pharma beteiligt sich am EPAA-Programm zur Umsetzung der 3R-Richtlinien:

  • Reduction (Reduzierung der Zahl der Versuchstiere)
  • Refinement (Verfeinerung der experimentellen Methodik)
  • Replacement (Ersatz von Tierversuchen durch andere Verfahren wie z.B. in-vitro-Techniken).


Weiterhin beteiligen wir uns an nationalen und internationalen Forschungsprojekten zur Entwicklung und Validierung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zu Tierversuchen. Dieser Einsatz ist auch von externen Ranking-Agenturen positiv eingeschätzt worden und hat zu der Bewertung geführt, dass wir zu den „best performers on animal testing“ gehören.

Pharmakogenetik – Schlüssel zur individualisierten Medizin

Bei klinischen Prüfungen neuer Medikamente kommt es immer wieder vor, dass manche Patienten überhaupt nicht auf die angewendete Medikation ansprechen oder es zu Nebenwirkungen kommt. Den Grund dafür sehen Wissenschaftler in der genetischen Variabilität der Patienten.

Mit Hilfe der Pharmakogenetik sollen die Gene herausgefunden werden, die unterschiedliche Reaktionen auf Arzneimittel verursachen. Die Patienten können davon profitieren, da sie sich keiner unwirksamen Therapie unterziehen oder mit weniger Nebenwirkungen zu rechnen haben.

Pharmakogenetische Informationen könnten auch positiven Einfluss auf die Kosten und die Durchführung von klinischen Studien haben. Zudem sind auch bei der Behandlung des Patienten Einsparungen zu erwarten, da eine gezieltere Behandlung möglich und die Bestimmung der richtigen Dosis erleichtert wären.

Die pharmakogenetische Forschung wirft auch ethische, rechtliche sowie soziale Fragen auf. Ein wichtiger Punkt dabei ist der Datenschutz und die Wahrung der Vertraulichkeit im Umgang mit den gewonnenen genetischen Informationen.

Zielgerichtete Therapie durch Nanotechnologie

Wer Strukturen in Größenordnungen von weniger als 100 Nanometern (nm, 1 nm = 1 Milliardstel Meter) erforscht, herstellt oder anwendet, der arbeitet in der Welt der Nanotechnologie. Sie ist bereits heute ein wichtiges Werkzeug in den Naturwissenschaften und der Technik und bietet große Potenziale in verschiedenen Bereichen.

Als forschungsorientiertes Unternehmen hat Bayer Schering Pharma früh auf die Nanomedizin gesetzt. In der diagnostischen Bildgebung zum Beispiel optimieren auf Nanopartikel basierende Kontrastmittel die Qualität der Aufnahmen. Auf Nanotechnologie basierende Formulierungen können auch für eine verbesserte Freigabe und Bioverfügbarkeit von Wirkstoffen und eine Verminderung von Nebenwirkungen sorgen.

Besonders bei hochwirksamen Medikamenten wie Anti-Krebsmitteln kommt es darauf an, deren Wirkung möglichst vollständig am Krankheitsherd zu konzentrieren, um gesunde Bereiche zu schonen. Damit eine solche zielgerichtete Therapie funktioniert, muss die Wirkstoffverteilung im Körper kontrolliert werden. Das ist möglich über spezielle wirkstoffhaltige Nanopartikel. Diese Partikel sind so klein, dass sie im Körper noch in kleinsten Gefäßen und Zellzwischenräumen frei beweglich sind. Gleichzeitig können sie auf ihrer Oberfläche Moleküle tragen, die nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip genau wissen, wo die Nanopartikel wirksam werden sollen.

Besonderes Augenmerk legt Bayer Schering Pharma dabei auf den sicheren und verantwortungsbewussten Umgang mit Nanomaterialien. Die Bayer AG ist Gründungsmitglied des Arbeitskreises „Responsible Production and Use of Nanomaterials“ in der Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie (DECHEMA). Außerdem engagiert sich Bayer in den Projekten „NanoCare“ und „Tracer“, die vom Bundesforschungsministerium gefördert werden.

Neue Therapiechancen durch Stammzellforschung

Die Möglichkeit, menschliche Stammzellen in Kultur zu halten, eröffnet völlig neue therapeutische Ansätze in der Medizin. Mit dem Begriff Stammzellen werden Zellen aus adultem (reifem) oder embryonalem Gewebe bezeichnet, die die Fähigkeit zur Teilung und nachfolgenden Differenzierung (Ausprägung) besitzen.

Die Forschung mit humanen Stammzellen befindet sich momentan noch im Stadium der Grundlagenforschung. Sie verspricht aber große Chancen für die Therapie vieler bisher nicht oder nur unzureichend behandelbarer Krankheiten.

Gegenwärtig ist Bayer in der Stammzellforschung nicht aktiv. Wir glauben aber, dass die Forschung auf dem Gebiet der regenerativen Medizin gefördert werden sollte, da wissenschaftliche Entdeckungen auf diesem Gebiet zu neuen Therapielösungen für schwerwiegende und lebensbedrohende Krankheiten führen könnten.

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